45. Internationales Weihnachtskriterium

von Ines Peters-Försterling

AquaMar stand ganz im Zeichen des traditionellen 45. Weihnachtskriteriums vom Marburger SV 1928

Schwimmen: Saisonabschluss mit 53 Medaillen und Bestzeiten für Marburger SV erfolgreich

Strahlen um die Wette - Nachwuchs aus der Heskemer Anfängergruppe –  v.l. Anne Arndt, Louisa Gnau, Jana Mankel, Moritz Rodenhausen, Lisa und dahinter Philipp Fritz Bildnachweis: Ines Peters-Försterling
Strahlen um die Wette - Nachwuchs aus der Heskemer Anfängergruppe – v.l. Anne Arndt, Louisa Gnau, Jana Mankel, Moritz Rodenhausen, Lisa und dahinter Philipp Fritz Bildnachweis: Ines Peters-Försterling

Marburg. In der 45. Auflage veranstaltete der Marburger SV 1928 zum Jahresabschluss im heimischen Sport- und Freizeitbad „AquaMar“ am Trojedamm das traditionelle Weihnachtskriterium. Schon im Vorfeld versprachen die 1079 Einzel- und Staffelmeldungen aus den Nachbarvereinen als auch aus Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und dem thüringischen Eisenach mit knapp 300 Teilnehmern ein volles Haus mit spannenden Wettkämpfen. 

Der auf mittlerweile 620 Mitglieder angewachsene Marburger Schwimmverein schickte aus allen Altersgruppen und verschiedenen Leistungsstufen 66 kleine und große „Hasen“ an den Start. Auch wenn die Medaillenausbeute in diesem Jahr etwas magerer ausfiel, freuten sich die Aktiven über 14 Gold-, 15 Silber, und 22 Bronzemedaillen sowie unzählige persönliche Bestleistungen. Die im Vorfeld vom Zehlendorfer Team geäußerte Besorgnis, aufgrund des leistungsstarken Teilnehmerfeldes den im Vorjahr gewonnenen „Werner-Sell-Gedächtnispokal“ nicht verteidigen zu können, erwies sich als vollkommen unbegründet. Im Gegenteil, mit 991 Punkten setzten sich die Berliner unangefochten an die Spitze der Gesamtwertung, gefolgt vom VfL 1860 Marburg (562 Pkt.) und dem DJK Delphin Osterfeld (503 Pkt.), so dass der Wanderpokal im Gepäck der Zehlendorfer wieder die Reise nach Berlin antrat. Der Marburger SV selbst begnügte sich knapp mit dem 4. Platz.

Spannung lag bei den Jüngsten des MSV in der Luft, die wie Louisa Gnau, Jana Mankel, Philipp Fritz, Moritz Rodenhausen, Mika Schütz (alle Jg. 04) sowie Nora Portig, Anne Arndt, Hanna Ried, Wladimir Petri (alle Jg. 03), Annika Krusche (Jg. 02) und Maike Jäger (Jg. 01) zum ersten Mal bei einem Wettkampf an den Start gingen. Während es nicht bei allen Nachwuchsschwimmern auf Anhieb für eine Medaille reichte, freuten sich Lisa Fritz und Felix Grün (beide Jg. 04) über eine Bronzemedaille nach ihrem Start über 50 m Brust. Auch der 8-jährige Rico Achenbach strahlte stolz, als er seine gewonnene Bronzemedaille über 50 m Freistil bei der Siegerehrung in Empfang nahm. Eine tolle Leistung zeigte Hanna Bonacker (Jg. 03), die zum ersten Mal die lange 100 m Brust-Distanz schwamm. Ihr Einsatz und Durchhaltevermögen wurde mit Silber belohnt.

Durch ihr positives Feeling gelang es Trainerin Nathalie Richter nochmals, ihre Schützlinge nach einer langen Saison zu Bestleistungen zu motivieren. Gleich zu Beginn des Wettkampfes setzte sich die 1. Mannschaft des MSV mit der 8x50 m Freistil-Staffel mixed in der Besetzung Lindner, Försterling, Schremb, Faust, Wiese, Oßwald, Grün und Will bestens in Szene und gewann verdient mit drei Sekunden Vorsprung vor dem Zehlendorfer TSV die Goldmedaille. In der 8x50 m Lagen-Staffel mussten sich die MSVler allerdings hinter den stark schwimmenden Dieburgern und dem Zehlendorfer TSV auf dem dritten Rang einordnen.

Für eine kleine Überraschung sorgte Tim Lindner (Jg. 93), der seine Bestzeiten über 50 m (30,95) und 100 m Rücken (1:05,54) innerhalb kürzester Zeit wiederholt zu toppen wusste. Damit landete er in der Wertung 1995/älter jeweils auf einem guten dritten Rang. Die anhaltenden Knieprobleme merkte man Lea Faust (Jg. 95) in ihren vier Rennen über 50/100 m Freistil und Rücken nicht an. Letztlich profitierte sie durch den stilistischen Zugewinn in den Rückenstrecken, so dass sie neben den drei Gold- und einer Silbermedaille noch mit einer Bestmarke auf der 100-Meter-Strecke (1:20,20) glänzte. Nach einem Jahr Pause fand Neuzugang Mareike Ellrich (Jg. 95) einen guten Wiedereinstieg ins Wettkampfgeschehen über 100 m Brust sowie 100/200 m Freistil, so dass sie sich über zwei Gold- und eine Silbermedaille freuen durfte. Im vereinsinternen Duell zwischen Fabian Ritter und Franz Rabe (beide Jg. 96) ging es in die nächste Runde. Dass sich Franz über 50 m Schmetterling von Vereinskamerad Fabian „die Butter vom Brot“ nehmen ließ, war erstaunlich. Technisch noch nicht ganz ausgereift, lieferte Fabian trotz allem ein überzeugendes Rennen in Bestzeit (34,00) und landete damit auf dem ersten Rang vor Franz. Über 50 m Freistil (29,86) zeigte Franz in der Umkehr recht deutlich, was in ihm steckt, so dass er klar vor Fabian im Ziel anschlug und Gold gewann. Über 100 m Lagen reichte es für Silber und 50 m Brust für Bronze. Gut in Form war Frederike Will, die eine Silbermedaille über 50 m Freistil und Bronze über 200 m Freistil mit nach Hause nahm. Trotz des Trainingsdefizits steigerte Lucas Schremb seine Bestzeit über 50 m Rücken.

Schnell im Wasser unterwegs war der 12-jährige Nils Becker, der über 50/100 m Brust und 50 m Freistil die Konkurrenz hinter sich ließ und dreimal ganz oben auf dem Siegertreppchen stand. Eine Silbermedaille sicherte er sich über 100 m Freistil. Da geht noch was bei Sarah Oßwald (Jg. 98). In ihrem Rennen über 100 m Brust (1:31,50) beherrschte sie klar das Rennen und gewann verdient Gold. Hinzu kam über 50/100/200 m Freistil jeweils eine Bronzemedaille. Stark trumpfte Fynn Pfeiffer in seinen fünf Rennen auf, in denen er viermal den dritten Platz buchte und über 50 m Freistil (30,95/3.) und 100 m Lagen (1:27,41/4.) zwei Bestmarken setzte.

Eigentlich ist Christina Rieß (Jg. 97) in der Brustlage zu Hause. Hier schwamm sie über 50 m auf den ersten Platz. Allerdings ist ein enormer technischer Zugewinn in der Freistillage nicht von der Hand zu weisen. Der Richtungswechsel scheint ihr gut zu tun, was sie über 100 m Freistil mit einer neuen Bestmarke (1:15,68/7.) bestätigte. In diesem Jahr hatte Sabrina Försterling (Jg. 97) im Kampf um die Podestplätze mit Annalena Geyer vom Eisenacher SSV und Julia Haake vom Zehlendorfer TSV harte Nüsse zu knacken. Auch wenn es in ihren fünf Rennen knapp lief, musste sich Sabrina mit zweimal Silber und zweimal Bronze zufrieden geben. Die größte Überraschung war die nochmalige Verbesserung ihrer Zeit über 50 m Rücken auf passable 0:33,85 Minuten, bedenkt man den geringen Trainingsaufwand.

Überaus zufrieden zeigte sich Trainerin Nathalie Richter mit dem Abschneiden ihrer „Youngster“ Jacob Horn, Raik Zeppel (beide Jg. 02) sowie Robin Wolf (Jg. 01), die trotz ihres Trainingsdefizits mit persönlichen Bestzeiten aufwarteten. Während Raik über 100 m Brust (1:52,15) mit dem 3. Platz die Nase vor Jacob klar vorn hatte, drehte dieser den Spieß über 50 m (42,53/4.) und 100 m Freistil (1:38,61/4.) um. Bei Robin lief es ebenso wie am Schnürchen. Vier Starts, eine Bronzemedaille über 50 m Brust (51,71) mit neuer Bestzeit sowie zwei Rekorde über 50 m und 100 m Freistil, bei denen er sich in einer Zeit von 1:41,12 um schlappe zehn Sekunden verbesserte.

Der Trainingsfleiß der 12-jährigen Emma Nagel wird endlich mit Edelmetall belohnt. In einem starken Teilnehmerfeld zeigte sie, was in ihr steckt und gewann mit persönlicher Bestzeit eine Silbermedaille über 50 m Brust (46,95). Weitere Bestmarken lieferte sie über 100 m Brust (1:45,80/6.), 50/100 m Freistil, wobei sie sich über 100 m Freistil um 11 Sekunden verbesserte. Von der Trainerin liebevoll „Kampfkeks“ genannt, legt Clara Nessler (Jg. 2000) ihr ganzes Herzblut in den Schwimmsport. Hoch motiviert setzte sie vier neue Bestmarken über 50/100 m Freistil (1:22,74/5.) sowie 100 m Lagen (1:37,36/7.) und 50 m Brust (48,65/6.). Auch Svenja Dassler und Vanessa Kapski (beide Jg. 99) erlebten zur eigenen Überraschung deutliche Steigerungen in ihren Rennen. Während sich Vanessa über 100 m Freistil (1:19,76/5.) um sieben Sekunden steigerte, trumpfte Svenja über 100 m Brust 1:43,04/6), 50/100 m Freistil mit Bestzeiten auf. Schulterprobleme machten Xenia Hermann (Jg. 98) zu schaffen. Eindrucksvoll zog sie ihre Rennen über 50 m (43,67/1.) und 100 m Brust (1:35,50/3. durch und wurde für ihren Einsatz mit einer Gold- und einer Bronzemedaille belohnt. Obwohl er sich im Wettkampf das Knie verdrehte, zog auch Philipp de Mooy (Jg. 96) seine Rennen durch. Am Ende reichte es über 50 m Freistil (31,21) sogar für den dritten Rang mit persönlicher Bestzeit.

„Da geht noch etwas“, so könnte das Motto für den dreifachen „Hessischen Kurzbahn-Meister der Master“ Fabian Grün (Jg. 79) lauten. Bereits zu Beginn des Wettkampfes griff er der 1. Mannschaft in der Freistil- und Lagenstaffel tatkräftig unter die Arme, so dass er maßgeblich an deren Erfolg beteiligt war. Dominant setzte sich Fabian in seinem Rennen über 50 m Freistil mit einer Topzeit von 0:24,78 Minuten an die Spitze des wesentlich jüngeren Teilnehmerfeldes. Dafür gab es verdient für die beste Einzelleistung in der Wertung 1995/älter mit 633 Punkten auch noch den 1. Platz. Ebenso gut lief es auf der 100-Meter-Freistildistanz (57,51/2.), bei der lediglich der 17-jährige Zehlendorfer Benedikt Niproschke einen Wimpernschlag vor Fabian als Erster im Ziel anschlug.

Mit Thilo Baumbach (Jg. 88) und Matthias Goldstein (Jg. 84) gingen aus dem von Nathalie Richter trainierten Erwachsenenbereich zwei Neuzugänge für den Marburger SV an den Start. Beide verkauften sich in ihren ersten Rennen überaus gut, Thilo Baumbach sicherte sich über 50 m Brust sogar eine Bronzemedaille.

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